Innovation trotz Regulatorik? Wie die Energiewende auch unter deutscher Bürokratie gelingen kann – mit Jan Prochnow von CMBLU Energy (DD#12)
Shownotes
Deutschland will Technologiestandort bleiben und gilt zugleich als eines der am stärksten regulierten Industrieländer Europas. Gerade im Energiesektor treffen hohe Sicherheitsanforderungen, Normen und Genehmigungsprozesse auf großen Innovationsdruck.
Die Frage ist also, wie man innerhalb dieser Regeln erfolgreich vorankommt und was stark regulierte Branchen wie HealthTech oder die Batterieentwicklung voneinander lernen können.
Dr. Jan Prochnow, Executive Vice President Product bei CMBLU Energy, gibt im Gespräch mit Niklas Tüpker von slashwhy eine Bestandsaufnahme aus der Praxis: Wie geht ein Batteriehersteller mit Normen, Genehmigungen und Zertifizierung um, und wie bleibt man dabei handlungsfähig?
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Regulierung im Energiesektor verschwindet nicht, sie ist kritische Infrastruktur, natürliches Monopol und Steuerungshebel der Transformation zugleich. Dr. Jan Prochnow zeigt, warum in solchen Märkten Erfahrung die Regelkenntnis schlägt, wie Compliance nach dem Prinzip „Documentation as Code" in die Entwicklung wandert und wie Simulation und datenbasierte Validierung Nachweise beschleunigen. Sein Ausblick: eine Zertifizierung, die künftig gegen ein Datenmodell statt gegen ein PDF laufen könnte.
Das besprechen wir in dieser Folge:
- Warum der Energiesektor so stark reguliert ist
- Was junge Technologieunternehmen an regulierten Märkten regelmäßig unterschätzen
- Wie man Compliance in den Entwicklungsprozess einbaut, statt sie als Prüfschritt ans Ende zu stellen
- Welche Rolle Simulation und datenbasierte Validierung im Umgang mit Behörden spielen
- Was der Energiemarkt von HealthTech und der Flugtaxi-Entwicklung lernen kann
Für wen ist diese Folge relevant?
- Gründer:innen sowie Produkt- und Engineering-Verantwortliche in jungen Technologieunternehmen in regulierten Märkten wie Energie oder Gesundheitswesen
- Entscheider:innen, die Compliance als Enabler verstehen wollen und nicht als Bremse
- Alle, die verstehen wollen, wie der Innovationsstandort Deutschland trotz strenger Regulierung zukunftsfähig bleibt
Über unseren Gast:
Dr. Jan Prochnow ist Executive Vice President Product bei CMBLU Energy. CMBLU entwickelt stationäre Langzeitspeicher auf Basis der eigenen SolidFlow-Technologie, einer Kombination aus der Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien und der Speicherdauer von Flow-Batterien. Damit positioniert sich das Unternehmen als Antwort auf eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende: Energie über viele Stunden zu verschieben und so erneuerbare Erzeugung rund um die Uhr nutzbar zu machen.
Über unseren Host:
Niklas Tüpker leitet als Business Manager den Bereich CleanTech bei slashwhy. Mit seinem Team betreut er vom Standort Osnabrück aus namhafte Kunden aus dem Energieumfeld und weiteren Industriezweigen. Gemeinsam entwickeln sie Individual-Software rund um Energiemanagement, erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastruktur. Niklas' Passion: Kunden und deren Business Case verstehen und sie durch großartige Software und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu Fans machen.
Über slashwhy:
Die 300 Software-Expert:innen bei slashwhy entwickeln nutzerzentrierte und skalierbare Individual-Software für Unternehmen in den Branchen Energiewirtschaft, Land- und Baumaschinen, Industrie, Medizin und Gesundheit, Consumer Electronics, Gebäudetechnik und Küchentechnik. Unsere Kunden profitieren vom Know-how-Transfer unserer Departments, indem wir Learnings, Muster und Ideen aus unterschiedlichen Projekten teilen und so neue Perspektiven in die Produktentwicklung einbringen. Das führt zu Lösungen, die zur Branche passen und zugleich von Erfahrungen aus anderen Märkten profitieren.
Hinweis: Das ist Gespräch #2 von insgesamt 3 zwischen Niklas Tüpker und Dr. Jan Prochnow.
Impressum: https://www.slashwhy.de/de/impressum Datenschutz: https://www.slashwhy.de/de/datenschutz
Transkript anzeigen
00:00:05: Deutschland will Technologie-Standort bleiben.
00:00:09: Gleichzeitig gelten wir als eines der am stärksten regulierten Industrieländer Europas.
00:00:15: Gerade im Energiesektor treffen hohe Sicherheitsanforderungen Normen und Genehmigungsprozesse auf enormen Innovationsdruck.
00:00:22: Viele sagen, so können wir im globalen Wettbewerb nicht mithalten.
00:00:26: Andere sagen unsere Standards sind langfristig von Vorteil.
00:00:30: Die Frage ist also nicht
00:00:31: ob
00:00:32: Regulierung existiert, sondern wie innoviert man erfolgreich innerhalb dieser Regeln?
00:00:36: Und was können andere stark regulierte Branchen wie HealthTech oder Agrar daraus lernen.
00:00:42: Die zentrale Frage ist – Wie schafft man Innovationen wenn das Spielfeld voller Regeln ist?
00:00:47: Eine ganz spannende Frage die ich heute mit meinem Gast Dr.
00:00:51: Jan Prochnow, Executive Vice President Product bei CMBLU Energy besprechen möchte.
00:00:55: Jan, ich freue mich dass du da bist und wir diese globalen Fragen der regulatorik uns heute stellen.
00:01:01: Vielen Dank, dass du da bist!
00:01:02: Ich freue mich auch sehr, danke Niklas.
00:01:04: Ja warum Regulierung existiert und warum sie nicht verschwindet?
00:01:08: Das ist ein spannendes Thema wo man drüber sprechen kann wenn wir natürlich auf das Thema Energiesektor schauen.
00:01:12: Warum ist der Energiesector zu recht stark reguliert?
00:01:17: Ja gute Frage also.
00:01:18: ich bin der Meinung.
00:01:19: drei Gründe.
00:01:20: erstens mal Energie ist kritische Infrastruktur.
00:01:24: es ist so was wie die Lebensader der modernen Welt.
00:01:29: Es hat einfach einen unmittelbaren Einfluss auf unsere wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Ordnung.
00:01:35: Das ist etwas, das muss reguliert werden im öffentlichen Interesse, dass der Strommarkt reguliert ist.
00:01:42: Der zweite Grund ist so etwas wie das natürliche Monopol Wir wollen keinen Markt.
00:01:48: Wir wollen nicht, dass zwei Wettbewerber oder drei Stromnetze aufbauen.
00:01:53: Und es ist ineffizient!
00:01:54: In so einer Situation in dem Marktmechanismus nicht funktionieren braucht es Regeln.
00:02:01: Und der dritte vielleicht nicht unwesentliche Punkt ist, wir wollen als Gesellschaft ja eine Transformation hin zu einer Elektrifizierung.
00:02:11: Um das wirklich zu erreichen braucht es eben auch Regularien die eine gewisse wirtschaftliche Grundlage schaffen damit überhaupt diese Transformation für Privatfirmen rentabel funktionieren kann.
00:02:26: Also es sind im Endeffekt die drei Themen, kritische Infrastruktur natürlich Monopol und natürlich Steuer- und der Transformation.
00:02:34: Wenn wir jetzt darauf schauen, wir haben natürlich viele junge Technologieunternehmen, die vielleicht den regulierten Markt auch unterschätzen.
00:02:43: Die Frage dabei ist gibt es... Jetzt muss ich kurz zur Frage zurück tatsächlich?
00:02:49: Sorry, haben wir... Ach so!
00:02:51: Ah okay, die Frage ist sorry Neben den drei Punkten, die du gerade genannt hast.
00:02:57: Die Frage ist was unterschätzen aus deiner Sicht junge Technologieunternehmen in dem regulierten Märkten?
00:03:04: Ja das Stichwort ist irgendwie Erfahrung schlägt Regelkenntnis.
00:03:10: Die Normen haben ja absichtlich einen gewissen Spielraum und diese Interpretation Und das Wissen, wie die interpretiert werden ist häufig wichtiger als die Kenntnis der Regeln selber.
00:03:28: Was bedeutet das konkret?
00:03:30: Wenn jemand sein Geld damit verdient schon seit Jahrzehnten Batterien zu bauen, versteht diese Regelare und hat gewisse Practices wie er die umlegt.
00:03:40: Wenn wir als junge Start-up da rein gucken mit sehr wenig Kompetenz in Europa, wie man Batterien baut, dann ist da sehr viel Interpretationsspielraum Und je nach Persönlichkeit werden die Dinge auch unterschiedlich interpretiert.
00:03:55: Das führt bei uns in dem Unternehmen sehr viel Spannung, also es sind zwei Punkte.
00:03:59: Erfahrungsschläge können das und dann aus dieser Interpretationsspielraum entstehen einfach interne Interpretationen Spannungen.
00:04:08: Was für uns noch ein wirklich nicht zu unterschätzenes Problem ist, dass es gewisse strukturelle Eintrittsbarrieren gibt.
00:04:16: Also für uns konkret die anwendbaren Normen.
00:04:19: allein sie digital zu besetzen kostet und fünfzigtausend Euro im Jahr.
00:04:24: Und das ist für ein Firma, die eben noch keine Batteriemarkt hat einfach eine signifikante Einstiegsbarriere.
00:04:31: Gibt es noch weitere Dinge, wo ihr Ansätze fahrt, die ihr vielleicht anders nehmt als junges Technologieunternehmen.
00:04:40: um diesen regulierten Markt nicht zu unterschätzen?
00:04:44: Wir versuchen so viel möglich von der Software-Entwicklung, die solche Prinzipien wie Documentation as Code zu implementieren.
00:04:53: Das praktisch bei einem Platinen-Layout
00:04:55: z.B.,
00:04:57: die Dokumentation gleich mit ausfällt und so praktisch nicht als Gate.
00:05:02: wir entwickeln was fertig und dann machen wir Compliance auf.
00:05:05: Compliance wird praktisch in den Entwicklungsprozess integriert.
00:05:10: Und das ist für uns der Schlüssel hin zur Geschwindigkeit.
00:05:13: Ja, okay, der Ansatz.
00:05:15: Stichwort Geschwindigkeits?
00:05:16: Hast du das Gefühl dass deutsche Prozesse wirklich langsamer sind oder nur gründlicher?
00:05:22: Das ist eine gute Frage!
00:05:23: Langsamer oder nur günstiger?
00:05:24: Eher gut gefällt mir.
00:05:27: Also man muss eben sagen, dass natürlich diese typische deutsche Ingenieurskunst ein eine absolute Differenzierung sind und extrem wichtig auch für uns, dass wir Zugang zu einem Talentpool haben von Menschen die die Dinge sehr gut machen wollen.
00:05:47: Das ist absolut Basis von dem was wir tun.
00:05:51: Jetzt ist aber regulatorische Compliance so etwas wie ein Hygienefaktor Sie muss erfüllt sein, aber wenn sie übererfüllt hilft sie keinem.
00:06:00: Das heißt also Perfektionismus bei Compliance bitte nicht, das ist im Endeffekt der Mittelweg und der Weg den wir gehen.
00:06:09: aber was mir wichtig ist zu sagen die Regulatorien gerade so CE-Zertifikate sind rechtlich belastbare Nachweistesthemen mit denen uns auch helfen Qualität zu realisieren.
00:06:23: Eine gewisse Auflagen erfüllen und dabei noch spannend bei euch die Geschwindigkeit beizubehalten und dabei dann der Befehl zu bleiben, in den Dinge weiterentwickeln.
00:06:34: Wie schafft man es also trotz regulatorischer Anforderungen schnell Produkte auf dem Markt zu bringen aus deiner Sicht?
00:06:40: Ja also die Art wie wir damit umgehen ist natürlich wie gesagt das wir sehr eng diese Compliance und Dokumentationen usw.
00:06:48: in den Entwicklungsprozess integrieren dass wir aber auch natürlich so viel wie mögliches Large-Language-Modelle nutzen, die uns helfen sowohl die Regeln zu fassen als auch dann die Dokumentationen zu realisieren.
00:07:05: Das ist zum Beispiel was bei uns hat jeder in der Firma Zugang zu Tretributiner internen Stands.
00:07:11: das ist etwas was wir eben wirklich sehen, dass wir solche Dinge als Startups sehr schnell umsetzen und realiseren können und wenig so existierende Legacy haben, dass wir solche Dinge schneller umsetzen können und da auch ein Wettbewerbsvorteil sehen.
00:07:25: Spannende Ansatz alle da entsprechend mit einzubinden.
00:07:28: und deswegen noch die Frage wird aus deiner Sicht Compliance zur eigenen Disziplin bei euch oder auch im Unternehmen grundsätzlich?
00:07:34: Ja das ist eine total spannende Frage, die mich irgendwie von so einer Organisationsentwicklung fasziniert weil ich kenne eben den Ansatz, dass man sagt so ähnlich wie Qualität oder Compliance, da gibt es eine Abteilung Sind die Jungs dafür verantwortlich?
00:07:50: Und man macht mal die Entwicklung und sagt mal, Jungs, mach mal jetzt Compliance oder mach mal Jetzt Qualität.
00:07:55: Wir wissen beide so geht es nicht!
00:07:56: Ja also das muss jeder muss.
00:08:01: sowohl für Qualität als auch Compliance muss jeder im Unternehmen verantwortliche sein.
00:08:05: Das macht trotzdem Sinn eine zentrale Funktion ein Kompetenzzentrum zu haben dass praktisch unterstützt aber eben als Enablement und nicht als Gatekeeper.
00:08:16: Ja,
00:08:16: in dem Fall.
00:08:17: Okay!
00:08:18: Und wie würdest du sagen welche Rolle spielen Prozesse, Dokumentationen, Architektur in den ganzen Kontext?
00:08:23: Regulatorik?
00:08:27: Also ohne geht nicht.
00:08:28: genau das sind die Dinge die es braucht.
00:08:30: was ich vielleicht noch sagen muss ist.
00:08:32: für uns gibt es eben manchmal so Situation wo wir schnell etwas ausprobieren müssen Hypothesentesten
00:08:39: usw.,
00:08:41: diese Experimente belasten wir dann nicht mit der ganzen Dokumentationen, Prozessen und Architektur-Fragen vorweg.
00:08:49: Da macht es Sinn auch mal was auszuprobieren, was wir dann eben wieder wegwerfen?
00:08:53: Ja!
00:08:54: Aber was uns eben genau dahin bringen.
00:08:56: Sobald es aber dann Richtung Produkt-, Richtung Kunde geht brauchen wir genau das, Prozess, Dokumentations- und Architekturdiskussion um auch Security herzustellen und Compliance.
00:09:07: Ja
00:09:08: okay... Und wenn wir da nochmal den Blick drauf werfen Software kann ja auch für euch in der Batterieherstellung als Beschleuniger dienen.
00:09:16: Und wenn wir jetzt dabei bleiben und sagen, naja, kann eine digitale Simulation physische Genehnungsprozesse verkürzen?
00:09:23: Ja, wir sehen da eben ganz mit hoher Spannung, sehen wir da auf die Dinge, die bei Tesla passieren.
00:09:29: Die nutzen ja sehr haben ja sehr viele Daten, eben Trainingsdaten aus ihren Fahrzeugen, die unterwegs sind und die synthetisieren aber meines Wissens nach aus diesen Daten, weitere Daten um noch mehr Trainingsdaten zu haben.
00:09:43: Und nutzen das für eine Compliance.
00:09:45: dann um praktisch da hinzukommen und um zu sagen okay wir haben so viel Testkilometer gefahren ich kenne die Prozesse nur von außen und weiß nicht genau aber das ist was mich natürlich hoch interessiert.
00:09:59: Für uns Simulationen ist integraler Bestandteil von allem was wir tun also alle unsere Scrum Teams haben eben im Rahmen ihrer T-Shape Struktur, einen Simulationsexperten.
00:10:12: Und da schäft uns eben das wir wirklich so durchs Sensitivitätsanalysen eben wirklich Hypothesen getrieben und nicht explorativ unterwegs sind, dass wir einfach wissen in welche Richtung wir uns bewegen ...
00:10:27: in jedem Team fest verankert.
00:10:28: Spannende Ansatz auf jeden Fall da, um das sicherzustellen dass das ein Thema bleibt und präsent ist in den Teams... ...und nicht ausgelagelt ist was du gesagt hast.
00:10:35: Genau, genau!
00:10:35: Das ist doch sehr erfolgreich.
00:10:37: also es macht auf jeden fall Sinn und würden wir nicht verändern.
00:10:40: Ja schön, das ist auf jedenfall sehr gut da auch positiv weiterzuleben.
00:10:44: Wenn wir dabei bleiben?
00:10:45: Aus deiner Sicht wie verändert Datenbasierte Validierung den Umgang mit Behörden?
00:10:51: Es sind im Endeffekt genau das was ich eben gesagt habe mit Tesla.
00:10:54: Ich glaube Wir müssen eben immer weiter dahin gehen, dass wir Edge-Cases simulieren können und natürlich validierte Simulationen nutzen um wirklich auch dann eine Validierung auch schneller durchführen zu können.
00:11:12: Weil es gibt eben gewisse Fälle die vertreten selten ein aber wenn sie eintreten haben sie einen hohen Trag weiter.
00:11:19: Und anstelle auf die zu warten würden wir die lieber simulierend.
00:11:22: Ja,
00:11:23: okay.
00:11:24: Und immerhin jetzt kommen wir zum Thema Hardware-Entwicklung wo natürlich gewisse Iterationen manchmal länger sind weil natürlich haben wir Agil ja aber haben eine gewisse andere Voraussetzung.
00:11:37: aus deiner Sicht sind Praktiken die wir aus der Softwareentwicklung kennen für Zertifizierung beispielsweise auch auf hardware übertragbar.
00:11:45: Ja, also das Beispiel was ich eben genannt habe diese Platinenentwicklung die praktisch bei den Platinedesign gleich die Dokumentationen mit schreibt.
00:11:55: Das ist für uns so ein Beispiel wo wir sagen okay hier können wir vieles was so dieses typische Documentation as Code übertragen auf Hardware Entwicklung und unsere ganze Organisation ist in Scrum Teams unterteilt und in zwei Wochenzyklen, drei Monats OKR-Zyklen.
00:12:17: Das heißt wir versuchen trotz dieser Leadzeit von Hardware trotzdem innerhalb von zwei Wochen Wert zu schaffen.
00:12:28: Wenn ich das so zusammenfasse, was du sagst insofern Continuous Integration übertragen auf Hardware oder?
00:12:32: Ist das so ein bisschen... Genau.
00:12:34: Wahrscheinlich zusammenfassen würde es in dem Fall.
00:12:36: Ja genau.
00:12:37: Und wenn wir dabei bleiben die regulatorischen Prozesse kann man dir aus deiner Sicht selbstständig digitalisieren und strategisieren?
00:12:46: Das finde ich eine ganz spannende Frage.
00:12:49: Ich weiß nicht ob das möglich ist aber In der Vergangenheit war die Normen in Form eines PDS.
00:12:57: die haben die Norm gelesen Und dann haben wir die interpretiert, haben Experimente durchgeführt und Nachweise erbracht.
00:13:05: Diese in einem Report, in einem PDF dokumentiert an die benannte Stelle geschickt, die die Zertifizierung durchgeführte hat.
00:13:13: Jetzt sind wir ein Stück weiter.
00:13:15: sowohl das Lesen als auch das Kreieren von Texten übernehmen Large-Language-Modelle.
00:13:20: Ich frage mich aber ob der nächste logische Schritt nicht ist dass anstatt den Normen im PDF Format Datenmodelle bereitgestellt werden die quasi sagen, in dieser Datenmodelle muss deine Batterie in unserem Fall geprüft werden und wir diese Datenmodellen anmenden nutzen um unsere Batterie zu entwickeln und uns zu bewerten.
00:13:43: Und dann praktisch aus dem digitalen Zwilling von unserer Batterie die Normstelle dann in Echtzeit die Daten übernimmt und so eine Zertifizierung Continuous Certification realisiert.
00:13:55: Ich weiß nicht, ob das möglich ist.
00:13:56: Das ist so meine Idee.
00:13:58: Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es in die Richtung geht und dass das Effizienz an allen Stellen generiert und praktisch auch sehr viel von dem Gaswork oder der Interpretation aus diesem Zertifizierungsprozess rausnimmt.
00:14:11: Spannende Ansatz!
00:14:12: Wenn ich das, was du vorher gesagt hast, so feststatt, du hast ein Stück weit dann den Wandel – nicht vom Papier zu PDF, sondern vom PDF zur Datenbasierten Compliance.
00:14:22: Genau, das ist ein Stück weit der Ansatz den du gerade beschrieben hast, den mit Daten zu verheiraten und Datenschauen dann da reinzugucken.
00:14:29: Ja es ist auf jeden Fall ein spannender Ansatz.
00:14:31: Ich glaube es würde
00:14:31: sehr viel Reibung aus dem System nehmen.
00:14:35: Gibt es aus deiner Sicht andere Branchen die daraus lernen können?
00:14:39: Also du hast jetzt ja ganz viel darüber gesprochen bei euch als Batteriehersteller wie regulatorische Anforderungen, dich entsprechend beschäftigen oder euch beschäftigen in dem Fall.
00:14:49: Hast du Ansätze aus dem Bereich HealthTech wo du sagst da kann man daraus lernen?
00:14:56: Ja ich habe eben gesagt unserer großen Vorausforderung ist dass wir hier in Europa sehr schwierig Leute finden die Erfahrung haben im Zertifizieren von Batterien.
00:15:07: das gibt es leider nicht weil wir keine florierende Batterieindustrie in Europa haben.
00:15:14: Und deshalb müssen wir in andere Branchen gucken.
00:15:18: und manche Branchen, die möchte ich jetzt nicht blame aber da würden wir dann eher nicht reingucken.
00:15:24: Aber was eine Branche ist, die wir als sehr gut angesehen haben sind die Flugtaxis.
00:15:30: Leider hat sich das nicht gut entwickelt.
00:15:32: tut mir sehr leid.
00:15:33: es finde ich eine tolle Technologie für uns ist aber ganz gut weil wir in dem Markt rekrutieren konnten Und die waren richtig stark darin, wie sie wirklich Geschwindigkeit und Regulatorik zusammenbringen können.
00:15:46: Weil Sie eben genau diesen Softwaregedanken auf Hardware übertragen haben, Continuous Integration... ...und das da haben wir gute Leute bekommen, die uns sehr helfen konnten.
00:15:57: Okay, gibt es noch weitere Rezipien?
00:15:59: Wo du sagst, die funktionieren auch schon übergreifend?
00:16:03: Ja ich meine am Ende sind ja die ist ja gerade Healthcare auch ein sehr stark richtigerweise sehr stark regulierter Markt.
00:16:13: und auch dort haben wir, gibt es eben gerade kleinere Unternehmen die sehr gute Mechanismen entwickelt haben wie sie mit diesen starren Normen klarkommen.
00:16:28: Das waren Leute, die sehr viel Pragmatismus und auch die Fähigkeit mitgebracht haben sich in zugegebenermaßen sehr trockene Normen einzuarbeiten.
00:16:41: Ich auch nicht für jeden.
00:16:42: Muss man auch mögen, ne?
00:16:43: Genau!
00:16:45: Aber vielleicht da... Wir haben über den Technologiestandort Deutschland gesprochen.
00:16:48: Sind aus deiner Sicht deutschen Unternehmen in regulierten Märkten vielleicht einfach resilienter?
00:16:52: Schwer zu sagen, vielleicht weil Deutschland eben schon immer sehr reguliert ist es für uns einfach ein schon immer dar gewesenes Phänomen.
00:17:05: Kann man so sagen vielleicht, dass die ganze Industrie schon immer sehr stark unter Reguladien mit Reguladen klargekommen ist?
00:17:13: Mir gar nicht.
00:17:14: Wir wollen gar nicht sagen gelitten hat.
00:17:15: Ich glaube das wäre ein Drittel.
00:17:17: aber manchmal denkt man das ja was meinst du wenn wir bei der Regulatorik bleiben oder Regulierung wird es aus seiner Sicht international eher harmonisiert oder fragmentierte?
00:17:30: Ja also ich glaube auf eine... genau das ist glaube bei der innerhalb der Europäischen Union haben wir ja den Vorteil, dass wir wirklich wenn wir in Deutschland eine Batterie zertifiziert haben.
00:17:45: Haben wir Zugang zu den europäischen Marken und sind ganz Europazertifiziert?
00:17:52: Ich glaube das ist wirklich ein entscheidender Vorteil und es auch das was praktisch die EU ausmacht und was auch Gott sei Dank so ist weil gegen andere Merkt, USA und China.
00:18:05: Es ist essentiell dass wir da nicht in eine Kleinstadterei verfallen.
00:18:08: also deshalb bin ich... Ist das essenziell für uns?
00:18:12: Dass Europa eben diese Art von einer konsistenten Norm hat.
00:18:17: Wie das jetzt mit dem Nationalismus sich weiterentwickelt mit der Kleinstaaterei die leider unser politischer Alltag ist Das kann ich nicht sagen.
00:18:27: USA wird wahrscheinlich als Markt weiter existieren.
00:18:30: Es wird leider immer weniger zugänglich.
00:18:36: Aber ich hoffe sehr, dass die EU zumindest diesen zusammenhängenden Markt das weiter existiert.
00:18:43: Wenn wir so ein bisschen nach vorne schauen – was ist aus deiner Sicht?
00:18:46: Was muss sich ändern damit Deutschland schneller wird ohne die Sicherheitsopfern?
00:18:50: Ich glaube es ist wichtig zu akzeptieren, dass wir in dem regularischen Werk, indem wir sind agieren müssen Und es hilft nicht, sich darüber zu beschweren.
00:19:04: Es ist einfach die Realität und ich glaube wir verlieren alle Zeit darum, wenn wir da uns beschwerden und uns wünschen dass das alles besser wäre.
00:19:13: Ich würde sagen Wir müssen damit umgehen.
00:19:15: Auf der anderen Seite vielleicht auch politisch soweit Einfluss nehmen Dass es zu einer Vereinfachung und Entbürokratisierung kommen.
00:19:23: Das sind glaube ich so die zwei Dimensionen Pragmatismus, dass wir in dem Umfeld, in dem wir sind, agieren müssen.
00:19:30: Und auf der anderen Seite aber so gut es geht Einfluss nehmen das die Dinge sich vereinfacht und verbessern und weniger Reibung im System ist.
00:19:36: Ja um dann diese Varianz vielleicht die Skalierung nicht weiter auszubremmen sondern mit weniger Komplexität die Skallierung dann zu ermöglichen.
00:19:47: Ja ihr seid natürlich ganz umtriebig als CMBLU mit neuen Themen zu entwickeln.
00:19:51: was aus deiner Sicht welche Fähigkeiten brauchen Unternehmen und den solchen Märkten?
00:19:55: zu bestehen?
00:19:56: Ja, ich glaube es braucht dem wirklich diese Fähigkeit wirklich Wege in der Regulierung zu finden.
00:20:09: Weil natürlich wenn ich die Regulierungen von vorne bis hinten lese sehe ich sehr viele Schwierigkeiten und Dinge die mich hemmen.
00:20:20: aber ich brauche Leute die darin die Chance sehen und die auch so interpretieren können dass wir sie erfüllen und gleichzeitig Geschwindigkeit realisieren können.
00:20:31: Wenn du beim Thema Geschwindigkeiten bleibst gedanklich, wird aus deiner Sicht Innovationsgeschwindigkeit zukünftig mehr vom Mindset oder von Systemen abhängen?
00:20:40: Ja das ist eine gute Frage.
00:20:41: also ich glaube es braucht beides.
00:20:44: Ich glaub Mindset ist am Anfang das Wichtige aber dann wirklich um zu skalieren braucht's eben dann die Systeme.
00:20:52: Also ich glaube, das eine geht ohne das andere nicht.
00:20:55: Mindset ist sicherlich der Startpunkt und dann braucht es diese Systeme um es wirklich wiederholbar zu machen.
00:21:01: Um groß zu werden, um zu skalieren und genau das zusammenzufassen mit vielleicht dass Mindset die Geschwindigkeit erzeugt und Systeme ist dann wie du gerade sagst, das Wiederholbarmach ne?
00:21:09: Genau, der Funk das zusammenzubringen In meinen Augen ein spannender Einblick in das Thema Regulatorik durch euch im Batteriespeichersystem zu entwickeln, zu skalieren als Unternehmen den Blick auf verschiedene Branchen zu werfen.
00:21:24: Was können wir daraus lernen um zu skaliern und zu wachsen?
00:21:26: Als Innovationsstandort Deutschland, als Technologie-Standort am Markt und am Puls der Zeit zu bleiben.
00:21:33: Jan vielen Dank für diese Einblicke, dass du heute hier warst die die Zeit genommen hast hat mich sehr gefreut und ich würde sagen ich freue mich aufs nächste Mal.
00:21:40: Gerne gerne!
00:21:41: Vielen Dank Niklas.
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